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das Unterrichtsmodell der iTP

Jeder kann tanzen - jeder kann es lernen

Tanzen ist erlernbar und lässt sich vermitteln: unabhängig von Alter, Begabung und sozialem Hintergrund.

iTP gibt mit seinem Unterrichtsmodell Orientierungshilfen für den Unterrichtsaufbau, um Unterrichten individuell, situativ und flexibel gestalten zu können. Die Grundlagen sind:

  • ein vielfältig erprobtes 4-stufiges Phasenmodell des Lernprozesses
  • der Einbezug von Wahrnehmungsprozessen
  • Fokussierung von Aufmerksamkeit
  • die Berücksichtigung der anatomischen und physiologischen Grundlagen
  • Lernen auf der Basis von Erkenntnissen der Gehirnforschung
  • Wertfreies Unterrichten entsprechend der humanistischen Philosophie und Ethik
  • Erarbeitung eigener Leistungskriterien
  • Anregung kreativer Prozesse
  • Unterrichten im Wechsel von Leitung und Freiraum

Hierüber vermittelt Integrative Tanz-Pädagogik ein flexibles Unterrichts-Modell für verschiedene Tanzstile und Alterstufen.

erfolgreich Unterrichten

gezielt und flexibel handeln

Voraussetzung für einen erfolgreichen Unterricht sind eine breite tänzerische Handlungskompetenz und eine fundierte Methodenvielfalt.

Zum didaktischen Können eines Tanzpädagogen gehören aber auch Entscheidungskompetenz für die Auswahl von Zielen und Inhalten sowie eine gute Kommunikationsfähigkeit mit den Schülern und den jeweiligen Institutionen. Wenn diese Eckpfeiler des Unterrichts, sein Rahmen und dessen Zielsetzung geklärt sind, beginnt die Planung der einzelnen Unterrichtsstunden und die Auswahl von Materialien.

Es folgen weitere Herausforderungen: Bewegungsmaterial und Tanzformen müssen analysiert in sinnvolle Lehr-Einheiten münden, die für den Schülern angemessen sind. Hierin besteht die Kunst des Unterrichtens: Tänzerisches Material in seiner Komplexität zu verstehen und dieses gezielt und am Lernenden orientiert vermitteln zu können. Gelungenes Unterrichten entsteht aus dem Zusammenwirken dieser beiden Ebenen. Ausgerichtet auf den Schüler verbinden sich dann im Unterrichten ihre Kompetenzen, ihr Können und ihr Potential. Dazu muss der Lernende in seinem Bewegungs- und Tanzvermögen differenziert eingeschätzt werden können.

Situatives Unterrichten

Unterrichtssituationen sind einmalig

Viele Faktoren prägen das Unterrichten und wirken, abhängig von der Lerngruppe, den Lernenden, der Kompetenz des Lehrers und der Beschaffenheit des Inhalts, in ihre Prozesse ein. Entsprechend der Lernenden und ihrem vielgestaltigen kulturell-sozialen Hintergrund, ihrem Alter, ihrem aktuellen Interesse und ihren Vorerfahrungen ist jede Unterrichtssituation anders.

Nach unserer Erfahrung ermöglicht eine situative und offene Unterrichts-Konzeption, auf die individuellen und spezifischen Gegebenheiten flexibel einzugehen: Vielfalt wird produktiv.

Tanzunterricht bewegt sich immer im Spannungsfeld von Individuum und Gruppe. Die tanzpädagogische Aufgabe besteht darin, eine Verbindung zu schaffen zwischen dem persönlich-künstlerischen Ausdruck der Einzelnen und ihrer sozialen Kompetenz mit anderen gemeinsam zu tanzen.

Unterrichten lernen

Fragen begegnen - reflektieren wagen

Jeder Unterricht wirft viele Frage auf. Schon das Gewahr-Werden und Nachdenken über diese Fragen hilft, die eigene Unterrichtskompetenz weiterzuentwickeln. So besehen, lernt man Unterrichten nur durch's Unterrichten in seinen Prozessen, den entstehenden Fragen immer wieder anerkennend gegebenüberzutreten und sie zu reflektieren:

  • Wann ist mein Unterricht gelungen? Woran kann ich dies festmachen?
  • Welche Entscheidungen und Methoden waren hilfreich, welche hinderlich?
  • Was sind überhaupt Kriterien für ein gelungenes Lernen?
  • Wie soll der Unterricht aufgebaut sein, damit der Schüler Tanzerfahrungen machen kann?
  • In welcher Beziehung stehen Ziele und Inhalte meines Unterrichts zu den
    Erfahrungen der Lernenden und der Erwartung der Institution, an der ich lehre?
  • Wie kann ich meinen Unterricht gelungen planen?
  • Wie entwickeln meine Schüler tänzerische Kompetenzen?

Wie sich eine "sinnvolle" Unterrichtsstunde oder eine ganze Unterrichtsreihe aufbaut und sich der Lernprozess entfaltet, beschreibt einen dynamischen Prozess. Lernen und Lehren entstehen aus einem 'Dialog' der tänzerischen Komponenten, der Lernvoraussetzungen der Schülers und den organisatorischen Rahmenbedingungen. Überdies sind sie wesentlich von der eigenen Erfahrung, Kompetenz und Einschätzung des Lehrers beeinflußt. Im Umgang mit diesen Faktoren, auf der Basis ihres grundlegenden Verstehens und einer sinnvollen Organisation, lässt sich ein eigenes Unterrichtskonzept entwickeln.

Weiß man die Faktoren für einen gelungenen Unterricht und lernt Kriterien für Unterrichtsentscheidungen, so ist die Basis für das Planen des eigenen Unterrichts geschaffen. Reflexionen über die gesammelten Erfahrungen führen zu neuen Erkenntnissen, die sich kontinuierlich aus der Praxis heraus zu einer eigenen Theorie formen und didaktische Aspekte des Unterrichtens ebenso mit einbeziehen wie Perspektiven auf das Ästhetische von Bewegung und Perspektiven auf Tanzkunst. Zufriedenstellendes Unterrichten entsteht in diesem wechselseitigen Prozess der Planung, der konkreten Erfahrung im Unterricht und der daran anschließenden Reflexion.